Betrachtung zur Geschwindigkeitserhöhung im Streckenabschnitt Eberswalde (Einfahrsignal) - Wriezen (Einfahrsignal)

Strecke und Regionalverkehr

Die Streckenhöchstgeschwindigkeit der Nebenbahn Eberswalde - Werbig beträgt derzeit
60 km/ h. Die Gesamtlänge des Streckenabschnittes ist 30,5 km.
Dies bedeutet fuer den Regionalverkehr, daß nach einer Geschwindigkeiterhöhung von
60 km/ h auf 80 km/ h der Streckenabschnitt von Eberswalde bis Wriezen im Regionalverkehr
innerhalb von 26 bis 27 Minuten befahren werden kann, einschließlich der Bedienung der Halte
in Niederfinow, Falkenberg, Bad Freienwalde und Altranft. Dies bedeutet eine Reduzierung der
Fahrzeit (von derzeit 42 Minuten) um mindestens 15 Minuten. Weiterhin würden sich die
Zugkreuzungen der Regionalzüge im Stundentakt von Bad Freienwalde nach Wriezen verlagern.
In Eberswalde kann weiterhin der Zug Richtung Wriezen unmittelbar nach Ankunft des Zuges
aus Richtung Wriezen abfahren.
Der künftige Kreuzungsbahnhof Wriezen muß nicht umgebaut werden, da er bereits über
mehrere Bahnsteige verfügt, die mittels Füßgängertunnel erreicht werden können.
Der Streckenabschnitt verläuft weitgehend in der Geraden. Lediglich vor den Bahnhöfen
Eberswalde, Bad Freienwalde und Wriezen verläuft die Strecke im Bogen. Da diese Bahnhöfe
jedoch gleichzeitig Haltebahnhoefe aller Regionalzüge sind ist dafür eine ggf. kostenintensive
Geschwindigkeitssteigerung für den Regionalverkehr nicht zwingend erforderlich.

Unter- und Oberbau

Der Unter- und Oberbau zwischen Bad Freienwalde und Altranft ist saniert. Der Oberbau wurde Mitte der neunziger Jahre zwischen Eberswalde und Niederfinow durchgearbeitet und befindet
sich in einem augenscheinlich guten Zustand. Lediglich der Abschnitt Altranft - Eberswalde
bedarf einer Sanierung bzw. Durcharbeitung. In Altranft muß eine nicht mehr benötigte Weiche zu einem ehemaligen Randgleis demontiert werden (z.Zt. V max. = 30 km/ h).

Brücken

Die vorhandenen Brücken (EÜ Finowkanal, EÜ Weg zur Ragöser Schleuse, EÜ Freienwalder
Landgraben, EÜ Waldweg bei Rathsdorf und EÜ Altranft) bzw. Durchlaesse sind saniert bzw.
befinden sich in einem guten Zustand.

Bahnuebergaenge

Die eigentliche Behinderung einer sofortigen Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 80 km/ h stellen die nicht technisch gesicherten Bahnuebergenge dar. Bis auf zwei Bahnuebergaenge (Feldweg am  km 72 und ein weiterer Feldweg am Einfahrsignal des Bahnhofes Bad Freienwalde/ Ostkopf) sind jedoch alle Ortsverbindungsstrassen des Abschnittes Wriezen - Eberswalde technisch gesichert. Lediglich weitere Ueberfahrten zu den Wiesen des Niederoderbruchs (ohne jegliche Wohnbebauung) noerdlich der Bahntrasse zwischen Bad Freienwalde und Eberswalde sind nicht technisch gesichert. Diese Bahnuebergaenge werden nur selten durch landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt.

die Bahnuebergaenge und Bruecken im einzelnen :
 

1. Eberswalde, Fussgaengeruebergang am Heizkraftwerk

                 gesichert mittels Umlaufgitter

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

2. Eberswalde, Bahnuebergang Breite Strasse

        mechnische Vollschranke

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

3. Eberswalde, Eisenbahnueberfuehrung des Finowkanals

                 Widerlager (optisch) im guten Zustand

Korrosionsschutz des Brueckenfachwerks ist erforderlich
 

4. Eberswalde, Eisenbahnueberfuehrung des Weges zur Ragöser Schleuse

                 optisch im guten Zustand

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

5. freie Strecke Eberswalde - Niederfinow, nicht technisch gesicherte Bahnuebergaenge
    km 52 und km 53
 
 
  km 52   km 53

zwei Feldwegueberfahrten zu den Wiesen am Finowkanal (ohne jegliche Wohnbebauung), d.h. es ist keine weitere Verbindung (Feldweg bzw. Strasse) von den Wiesen zu nahe gelegenen Siedlungen vorhanden, da diese Wiesen durch den Finowkanal abgegrenzt werden

Variante 1 : analog Abschnitt Altruppin - Herzberg (Mark) Geschwindigkeitsbeschraenkung fuer Pferdefuhrwerke und Traktoren auf 10 km/ h

Variante 2 : Vereinbarung mit dem Besitzer der Wiesen ueber Errichtung von handbedienbaren Schranken mit Sicherung durch Vorhaengeschloss
 

6. Niederfinow, Bahnuebergang am Stellwerk Nw

                   mechnische Vollschranke

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich

Anmerkung : von diesem Bahnuebergang fuehren links und rechts der Bahn je ein Feldweg bis zum nicht technisch gesicherten Bahnuebergang am km 53, d.h. er koennte auch geschlossen werden
 

7. Niederfinow, Bahnuebergang am Bahnhof

WSSB- Vollschranke
keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich, da saemtliche Regionalzuege in Niederfinow halten

8. freie Strecke Niederfinow - Bad Freienwalde, nicht technisch gesicherter Bahnuebergang
    km 55,7

                 Durchlass optisch im guten Zustand

Feldwegueberfahrten zu den Wiesen im Niederoderbruch (ohne jegliche Wohnbebauung), d.h. es ist keine weitere Verbindung (Feldweg bzw. Strasse) von diesen Wiesen zu nahe gelegenen Siedlungen vorhanden, da diese Wiesen durch Kanaele und die alte Oder abgegrenzt werden

Variante 1 : analog Abschnitt Altruppin - Herzberg (Mark) Geschwindigkeitsbeschraenkung fuer Pferdefuhrwerke und Traktoren auf 10 km/ h

Variante 2 : Vereinbarung mit dem Besitzer der Wiesen ueber Errichtung von handbedienbaren Schranken mit Sicherung durch Vorhaengeschloss
 

9. freie Strecke Niederfinow- Bad Freienwalde, nicht technisch gesicherte Bahnuebergaenge
    km 56,5 und 57,5
 
km 56,5 km 57,5

Feldwegueberfahrten zu den Wiesen im Niederoderbruch (ohne jegliche Wohnbebauung), d.h. es ist keine weitere Verbindung (Feldweg bzw. Strasse) von diesen Wiesen zu nahe gelegenen Siedlungen vorhanden, da diese Wiesen durch Kanaele und die alte Oder abgegrenzt werden

Variante 1 : analog Abschnitt Altruppin - Herzberg (Mark) Geschwindigkeitsbeschraenkung fuer Pferdefuhrwerke und Traktoren auf 10 km/ h

Variante 2 : Vereinbarung mit dem Besitzer der Wiesen ueber Errichtung von handbedienbaren Schranken mit Sicherung durch Vorhaengeschloss
 

10. Falkenberg (Mark), Bahnuebergang am Haltepunkt

WSSB- Halbschranke
keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich, da saemtliche Regionalzuege in Falkenberg (Mark) halten
 

11.  fr. Strecke Niederfinow- Bad Freienwalde, nicht technisch gesicherte Bahnuebergaenge
      km 59,2 ; km 60,3 ; km 61 und km 63,3
 
km 59,2 km 60,3
km 61 km 63,3

Feldwegueberfahrten zu den Wiesen im Niederoderbruch (ohne jegliche Wohnbebauung), d.h. es ist keine weitere Verbindung (Feldweg bzw. Strasse) von diesen Wiesen zu nahe gelegenen Siedlungen vorhanden, da diese Wiesen durch Kanaele (u.a. Freienwalder Landgraben) und die alte Finow abgegrenzt werden

Variante 1 : analog Abschnitt Altruppin - Herzberg (Mark) Geschwindigkeitsbeschraenkung fuer Pferdefuhrwerke und Traktoren auf 10 km/ h

Variante 2 : Vereinbarung mit dem Besitzer der Wiesen ueber Errichtung von handbedienbaren Schranken mit Sicherung durch Vorhaengeschloss
 

12. Bad Freienwalde, Bahnuebergang am Bahnhof

                      Vollschranke

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich, da saemtliche Regionalzuege in  Bad Freienwalde halten
 

12. Bad Freienwalde, nicht technisch gesicherter Bahnuebergang am Einfahrsignal Ost

Errichtung einer EBUeT- Anlage erforderlich zur technischen Sicherung des Bahnuebergangs
 

13. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Fussgaengeruebergang
km 66,8

                     gesichert mittels Umlaufgitter

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

14. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Bahnuebergang
km 67

                       WSSB- Halbschranke

Variante 1: Versetzung der Einschaltkontakte zur Anpassung an die neue Streckengeschwindigkeit und Errichtung einer Ampel (rot/ gelb)

Variante 2: Errichtung einer EBUeT- Anlage (sofern die Kosten fuer die Anpassung und Instandhaltung der WSSB- Anlage sehr hoch sind)
 

15. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Eisenbahnueberfuehrung der Strasse von Altranft nach Bergthal

                          optisch im guten Zustand

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

16. Altranft, Bahnuebergang am Haltepunkt

                               mechnische Vollschranke

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

17. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Fussgaengeruebergang
km 71

                         gesichert mittels Umlaufgitter

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

18. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Eisenbahnueberfuehrung eines Waldweges
km 71,2

                               optisch im guten Zustand

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

19. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Bahnuebergang
km 71,5

                       WSSB- Haltlichtanlage

Variante 1: Versetzung der Einschaltkontakte zur Anpassung an die neue Streckengeschwindigkeit und Errichtung einer Ampel (rot/ gelb)

Variante 2: Errichtung einer EBUeT- Anlage
 

20. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Bahnuebergang
km 71,8

                       WSSB- Halbschranke

Variante 1: Versetzung der Einschaltkontakte zur Anpassung an die neue Streckengeschwindigkeit und Errichtung einer Ampel (rot/ gelb)

Variante 2: Errichtung einer EBUeT- Anlage (sofern die Kosten fuer die Anpassung und Instandhaltung der WSSB- Anlage sehr hoch sind)
 

21. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, nicht technisch gesicherter Bahnuebergang
km 72

Variante 1 : Verknuepfung der Bahnuebergaenge km 71,8 und km 72 durch Verbindungswege und Schliessung dieses Uebergangs fuer Kraftfahrzeuge, Errichtung eines Umlaufgitters fuer Fusgaenger und Radfahrer

Variante 2  : Errichtung einer EBUeT- Anlage zur technischen Sicherung des Bahnuebergangs
 

22. freie Strecke Bad Freienwalde - Wriezen, Fussgaengeruebergang
km 73

                      gesichert mittels Umlaufgitter

keine Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhoehung erforderlich
 

Es befinden sich noch drei technisch gesicherte Bahnuebergaenge in der Ortslage Wriezen
(2 WSSB- Halbschranken und eine mechanische Vollschranke), die jedoch fuer geschwindigkeiteerhoehende Massnahmen nicht bruecksichtigt werden muessen, da sie sich hinter dem Einfahrsignal des Bahnhofes Wriezen befinden.
 
 

Fazit :

Zwei Bahnuebergaenge sind technisch zu sichern (km 65,5 und 72) und drei technisch gesicherte Bahnuebergaenge sind an die Geschwindigkeitserhoehung anzupassenanzupassen (km 67; km 71,5 und 71,8). Die Bahnuebergaenge zu den Wiesen des Niederoderbruchs sollten bis zum
Abschluss von Kreuzungsvereinbarungen zwischen Bahn und Kommunen fuer Strassenfahrzeuge auf 10 km/ h beschraenkt werden. Da diese nicht technisch gesicherten Bahnuebergenge nur selten durch landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt werden, sollte dem Massenverkehrsmittel Eisenbahn dadurch Rechnung getragen werden.